Blaskapelle Falkenberg e.V.

Geschichte der Blaskapelle Falkenberg

Bereits um das Jahr 1860 bestand in Falkenberg eine Blaskapelle, die weit über die Grenzen des heutigen Landkreises Tirschenreuth hinaus bis ins Egerland bekannt war. Die Musiker zogen alljährlich zu Fuß übers Stiftland ins Böhmische hinein, spielten in vielen Orten zur Kirchweih auf, bliesen bei großen Hochzeiten und Kindstaufen und kehrten nach 6 bis 8 Tagen aus Richtung Schönkirch über Beidl und Schönficht wieder heim nach Falkenberg.

Hier eine der ältesten noch erhaltene Aufnahme:

 

MAIFEIER im Jahre 1902

 

Der Leiter dieser Kapelle war der Schuster Engelbert Zöllner. Dieser Mann beherrschte bereits die Grundbegriffe der Harmonie- und Satzlehre, das Umschreiben der Noten für die verschiedenen Instrumente und sogar das Transponieren während des Spielens. Die Kapelle musizierte fast ausschließlich nach Noten, die von Engelbert Zöllner selbst geschrieben worden waren.

Eine Aufnahme des Falkenberger Streicherquintett:

 

von links: Anton Zintl, Alois Weiss, Johann Trottmann, Silvan Zintl und Josef Köllner

 

 

Heute noch in guter Erinnerung ist den Falkenbergern ein weiteres Musiktalent, nämlich der Musikmeister Johann Kreil (geb. 24.2.1854, gest. 7.12.1931). Er stammte aus dem Kreil-Hofner Haus Falkenberg Nr. 94. Die kinderreiche Familie besaß eine kleine Landwirtschaft und eine Hafnerei. Er rückte als junger Mann zum 6. Infantrie Regiment nach Amberg ein, wo er als Militärmusiker ausgebildet wurde. Nach seiner Entlassung im Jahre 1874 kehrte er nach Falkenberg zurück und machte den weiteren Aufbau der bereits bestehenden kleinen Blaskapelle zu seiner Lebensaufgabe. Auch er beherrschte die ganze Musiklehre bis zum selbstständigen Komponieren und schrieb viele Notenstücke selbst. Unter seiner umsichtigen und fachmännischen Leitung wuchs die Kapelle auf ca. 20 Musiker an und machte sich in der ganzen Umgebung einen guten Namen. Neben der Blaskapelle bestand auch eine kleine Streichmusik, da viele Musiker neben dem Blasinstrument auch ein Streichinstrument spielen konnten.

 

Ein Bild zum 50.jährigen Jubiläum des Falkenberger Soldatenbund im Jahre 1923              

 

Während des 1. Weltkrieges war es um das Musikgeschehen schlecht bestellt, da viele Mitglieder eingezogen waren. Aber irgendwie retteten sich die Musiker über diese schlimme Zeit und nach dem Krieg setzte der Kreil-Thurner(so wurde er wegen seines Amtes als Türmer genannt) seine musikalische Arbeit weiter fort.

 

 

Falkenberger Kapelle im Jahre 1931

 

oben stehend von links nach rechts:
Mark Karl (Hofnerkarl)-Köllner (Köllner Schneider)-Mark Josef (Hofner- karl Pepp)-Trottmann Johann (Wogner Hans)-Mayerhöfer Alois (Schreiner Alois)-Köllner Josef.

unten sitzend von links nach rechts:
Zintl Anton-Weiß Alois (Postbodn Alois)-Meier Johann (Hirtn Hans)-Köllner Hans-Rosner Josef (Rosner Pepp)-Schmidt Johann (Saller Voitl).

 

Bild unten:

Beim Alljährigen Spielbetrieb an Pfingstmontag im Waldnaabtal bei der Blockhütte

 

Dieses Bild zeigt die Falkenberger Musikanten beim Traditionellem INSELFEST in der SCHOPPERMÜHLE

 

Als Johann Kreil 1931 starb, übernahm Hans Trottmann (Wogner Hans) die Leitung der Kapelle.

Man traf sich zum Proben in der Küche beim Fischer Gust sen. (Kramer Gust), spielte bei kirchlichen und weltlichen Festen im Ort und veranstaltete kleine Tanzabende und Gartenfeste.

Nach den Nöten und Wirren des 2.Weltkrieges nahm die Blaskapelle unter Franz Kilches, einem Flüchtling aus dem Sudetenland (Pächter des Wirtshauses Zeitler-Schmiedlenzen), einen neuen Aufschwung. Dieser ehemalige Militärmusiker lebte von 1953 - 1957 in Falkenberg und verstand es, junge Leute für die Musik zu begeistern. Er schaffte neue Instrumente an und bildete Jungmusiker aus. Unter seiner Leitung fanden die ersten Standkonzerte in Falkenberg statt. Man spielte sogar wieder bei Gartenfesten, die in Mühlwastl's Garten stattfanden.

 

Blaskapelle Falkenberg 1953 mit Aushilfen

Oben stehend von llnks nach rechts: Fischer August (Kramer Gust sen.) - Möstl Franz - Mark Josef(Hofnerkarl Pepp) - Krist Alfred - Trottmann Hans (Wonger) - Mark Karl (Hofnerkarl) - Meier Simon (Hirtn Simon) - Köllner Hans.

Unten in der Hocke von links nach rechts: Rosner Josef (Rosner Pepp) - Köllner Josef - Steinwasser Ernst - Flauger Hans.

 

Nach dem Wegzug von Kilches nahm der musikbegeisterte Josef Rosner (Rosner Pepp) die Führung der Blaskapelle in die Hand. Unvergessen aus dieser Zeit sind dir Gartenfeste, die "in der Schwaige" und später an der Naab hinter der Schoppermühle abgehalten wurden. Da dieser 1962 das Musizieren krankheitshalber aufgeben musste, wurde August Fischer jun. (Kramer Gust, spätere Zoiglwirt) mit der musikalischen und organisatorischen Leitung beauftragt. Durch Idealismus und Zähigkeit bewahrte er den Verfall der Kapelle. Er setzte sich auch dafür ein, dass die Musikgruppe nun als Verein geführt wurde, der sich nun "Musikverein Falkenberg" nennt.

Als im Mai 1967 die Kapelle abermals in eine Krise geriet, konnte Alfons Zöllner gewonnen werden, die Geschicke der Musikvereinigung in die Hände zu nehmen. Auf seine Anregung hin trat die Kapelle 1967 dem Nordbayerischen Musikbund e.V. bei, und Engelbert Mark wurde zum 1. Vorstand gewählt.

Mit der Eröffnung der neuen Volksschule wurde 1965 das junge Lehrerehepaar Meindl nach Falkenberg versetzt. Bald fand man heraus, das Rudolf Meindl eine musikalische Ader hatte und man versuchte, ihn für die Leitung der Blaskapelle zu gewinnen. Im Herbst 1967 erklärte sich Rudolf Meindl dann bereit, den Dirigentenstab zu führen.

Es gelang ihm, in den folgenden Jahren durch Ausbildung von Jungmusikern, durch fleißige Probenarbeit und durch Schaffung eines Kameradschaftsgefühl die Kapelle zu einer leistungsfähigen und beliebten Musikmannschaft zu formen. Man nimmt erstmals an Wertungsspielen teil und erreicht dabei hervorragende Ergebnisse, darunter mehrmals einen 1.Rang in der Oberstufe.

Einen Wechsel in der Vereinsführung gibt es 1971, August Fischer löst Engelbert Mark ab. Im gleichen Jahr schafft man sich eine einheitliche Tracht an.

 

Ständchen auf dem Marktplatz in Falkenberg im Mai 1968

Aufnahme vom Feuerwehrfest in Lengenfeld/TIR 1971 als Festmusik

 

In Anerkennung ihrer Leistungen wurde der Blaskapelle Falkenberg vom 31.05.- 03.06.1974 die Ausrichtung des Bundesbezirksmusikfestes des Nordbayerischen Musikbundes e.V. für den Bezirk Oberpfalz übertragen. Gleichzeitig feierte die Kapelle ihr 100jähriges Bestehen. 23 Blaskapellen machten der Jubelkapelle dabei ihre Aufwartung und den kleinen Marktflecken an der Waldnaab für einen Tag zum musikalischen Mittelpunkt der Oberpfalz. Beim Massenchor auf der Troth spielten ca.600 Musikerinnen und Musiker gemeinsam. Bei diesen Feierlichkeiten konnte man erstmals eine vereinseigene Verstärkeranlage präsentieren, welche mit einem zinslosen Darlehen in Höhe von 10000,-DM der Brauerei Hösl, Mitterteich vorfinanziert worden war. An diesen Festtagen wurden sage und schreibe 157 Hektoliter Bier ausgeschenkt und 9 Zentner Bratwürste verzehrt.

 

Falkenberger Musikverein zum Jubelfest 1974

 

Dieser Umsatz blieb den Behörden leider nicht verborgen und so musste man 1976 eine empfindliche Finanzprüfung hinnehmen.

Ebenso wirkte die Falkenberger Blaskapelle in Verbindung mit ihren feschen Festdamen und den Wiesauer Heimat und Trachtenverein beim Münchner Oktoberfest 1974 mit. Die Reise zur Landeshauptstadt wurde mit den Omnibus angetreten und man marschierte und spielte bei den traditionellen Trachtenumzug von der Münchner Innenstadt zur Wiesn mit auf.

 

Leider verlor in dieser Zeit die Blaskapelle Falkenberg zwei Jungmusikanten. Am 20.11.1975 verunglückte unser temperamentvoller 2.Trompeter Richard Zrenner im Alter von16 Jahren durch einen Verkehrsunfall. 

Ebenso tragisch verunglückte unser allseits beliebter 1.Trompeter Josef Göhl am 15.03.1980 im 25.Lebensjahr durch einen Verkehrsunfall. Beide Musikkameraden hinterließen eine große Lücke im hohen Blech-Register. Wer sie gekannt hat, wird sie nie vergessen.

 

Aber das Leben geht weiter, nach solchen Tiefschlägen gab es auch mal wieder etwas Erfreuliches zu berichten:

Eine besondere Würdigung ihrer Leistung wurde der Kapelle im Mai 1976 zuteil: Sie erhielt die vom Bundespräsidenten verliehene "PRO-MUSICA-PLAKETTE". Am 9.05.1976 überreichte Staatssekretärin Frau Dr.Mathilde Berghofer-Meichner in Bamberg an den Vorstand der Blaskapelle Falkenberg, August Fischer, die hohe Auszeichnung für die Pflege des instrumentalen Musizierens und der damit verbundenen Förderung des kulturellen Lebens.

 

Aufnahme aus dem Burghof Falkenberg am 01.Juli 1988

 

Im März 1980 übernahm Wilhelm Fischer (Hansgirch Willi) die Führung, nachdem der Kramer Gust Ende 1979 zurückgetreten war. Fischer Wilhelm blieb bis 1984 im Amt. Im selben Jahr begeht man das 110-jährige Gründungsfest.

Die Falkenberger Blasmusik im Juni 1981

 

Ab 1984 bekleidete Adolf Mayer das Amt des 1.Vorstandes. Die Kapelle war in dieser Zeit auf allen Registern gut besetzt. 1986 spielte die Blaskapelle Falkenberg unter anderen, im Nürnberger Frankenstadion beim Derby 1.FCN gegen 1.FC Bayern München zur Halbzeit in der Arena auf.

Der Falkenberger Musikverein bringt seinen Dirigenten Rudolf Meindl(weiße Hose,Bart mit seiner Frau Adelheid) ein Ständchen zu seinen 40. Geburtstag.(18.08.1980)

 

Die Blaskapelle Falkenberg posiert sich vor dem Burgaufgang zu einem Gruppenbild

 

Am 24.01.1997 brachte die Blaskapelle Falkenberg ihren ehemaligen Motor und 1.Vorstand August Fischer (Kramer Gust) ein Ständchen zu seinem 60. Geburtstag dar.

 

Nach über 25jähriger Tätigkeit als Dirigent übergab 1993 Rudolf Meindl den Taktstock an Werner Hederer, der seit mehreren Jahren als Posaunist in der Kapelle tätig war. Als Musiker beim Heeresmusik-Korps in Regensburg hatte Hederer Erfahrung in einem Berufsorchester gesammelt und brachte diese in die Arbeit mit der Falkenberger Blaskapelle ein.

Im Jahre 1999 wurde das 125jährige Bestehungsjubiläum gefeiert.

Das Bild zeigt den Marsch zur Abholung der Ehrengäste

vorne links: Sternmarsch-Koordinator Konrad Johann(Gloser Hans)
vorne mitte: Dirigent Werner Hederer
vorne rechts: Festleiter Martin Meier (m.Schirm)

 

Ankunft der einzelnen Musikkapellen auf den Marktplatz zum gemeinsamen Massenchor.

 

Im Laufe der Jahre, konnte Werner Hederer die Blaskapelle Falkenberg durch sein großes Engagement und ausgezeichneten Musikkenntnissen auf ein hohes Niveau trimmen. Es wurden Serenaden in Falkenberg, bzw. Krummenaab im 2jährigen Abstand abgehalten. Auch Überregionale Spieltermine wurden wahrgenommen. So wurde die Kapelle zur 100 Jahrfeier des 1. FC Nürnberg am 30.04.2000 bei dessen Festakt verpflichtet. Diese vielseitigen und konzentrierten Auftritte forderten von jedem einzelnen Musikanten sein ganzes Können. Parallel wurde um junge Leute geworben, ein Instrument zu erlernen. Auch hier engagierte sich Hederer, neben anderen Musikern aus der Kapelle. Sie leisteten intensive Nachwuchsarbeit.

Wieder gab es einen Wechsel an der Spitze des Vereines. In der Generalversammlung im Februar 2000 wurde Robert Haubner als neuer 1.Vorsitzender von der Versammlung gewählt. Er führte den Verein, wie auch sein Vorgänger Adolf Mayer sicher und souverän durchs Vereinsleben.

Im August 2002 unternahm die Kapelle einen Vereinsausflug nach Eichendorf in Niederbayern. Dort traf man sich mit der hiesigen Eichendorfer-Blasmusik zu einen Standkonzert in der Stadt. Nachmittags gab es eine lustige Donaudampfschifffahrt von Passau ins Österreichische und zurück. Auch diesen Ausflug hat man noch gerne in Erinnerung.

 

Die Falkenberger Blaskapelle bei einen Besuch der befreundeten Blaskapelle Eichendorf in Niederbayern.

 

Mittlerweilen besteht bei der Blaskapelle Falkenberg sogar ein eigenes Nachwuchsorchester mit eigener Dirigentin, Sarah Weig. Am Anfang des Jahres 2006 legte Dirigent Werner Hederer den Dirigentenstab nieder. Zu dieser Zeit wurde auch die Blaskapelle Falkenberg als ein eingetragener Verein (e.V.) anerkannt und somit können auch passive Mitglieder geworben werden.

Eine Aufnahme vom Juli 2007 an der Burgruine Weißenstein im Steinwald (Kolping-Festgottesdienst, anschließend Unterhaltungsnachmittag unter der Burgruine)

 

 

Als Nachfolgedirigentin konnte der Verein aus eigenen Reihen Martina Mark verpflichten. Sie leitet die Blaskapelle Falkenberg e.V. sehr engagiert und mit vollem Einsatz. Die Auftritte und Spieltermine werden vom Publikum sehr gut angenommen. Durch fleißiges Proben, Austauschen und Erweitern des großen Notenbestandes wurde wieder ein anspruchvolles Repertoire in der Bayrisch-Bömischen Blasmusik erstellt.

Ebenso wurde Ferdinand Lienerth neuer erster Vorsitzender der Kapelle.

Die Blaskapelle Falkenberg unter der Burg "in der Schwaige" 2008

Noch ist es üblich, die Beerdigungen im Ort musikalisch, würdevoll und feierlich zu umrahmen. Der Flippen Sepp (Franz Josef) kann immer wieder auf eine Gruppe von Musikanten zu diesen Spielterminen zurückgreifen. Der Dank gilt all diesen Vereinsmitgliedern die sich dafür Zeit nehmen.

Der nächste Höhepunkt gilt dem Bürgerfest 2009 in Falkenberg, in Verbindung mit den 135 jährigen Gründungsjubiläum.

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